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Aktuelles

22.11.2019 | MZ

Klimawandel und heiße Sommer 2018/19:

Abgeordnete Müller und Nussel machten sich persönliches Bild im Markwald

Walter Nussel MdL und Stefan Müller, MdB informieren sich über die regionalen Wälder im Markwald.

Nach den Berichten über Auswirkungen des Klimawandels und erhebliche Trockenheitsschäden im Wald haben sich MdB Stefan Müller und MdL Walter Nussel einen persönlichen Eindruck vom Waldzustand im Markwald zwischen Dechsendorf, Baiersdorf und Röttenbach verschafft.

Als Vertreter der Bayerischen Staatsforsten erläuterten Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz und vier seiner Kollegen von den Forstrevieren Erlangen und Forchheim den Abgeordneten zunächst die verschiedenen Besonderheiten des Markwaldes. Die reichen von speziellen Schutzgebieten in Teilbereichen des Waldes (Natura 2000, FFH) über Naherholungsfunktionen rund um den Dechsendorfer Weiher bis hin zu mehreren
Wasserschutzgebieten und zur Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffes Holz als Energieträger und Baustoff.

Die heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019 haben, so die Fachleute, bei allen
Baumarten zum Anstieg von Pilzkrankheiten und zu einem starken Schädlingsbefall, vor allem durch den Borkenkäfer geführt. Die Folge sind erhebliche Mengen Schadholz, die durch den Forstbetrieb möglichst schnell aus dem Wald entfernt werden müssen um eine Ausbreitung des Schädlingsbefalls zu verhindern - Stichwort Waldhygiene.

Der so entstehende, kurzfristige und schlecht bis gar nicht planbare Zusatzaufwand
gegenüber den normalen forstlichen Tätigkeiten ist erheblich. Er betrifft alle Betriebsbereiche bis hin zur Logistik, denn das anfallende Holz kann oftmals nicht mehr regional abgesetzt werden. Manche Lieferungen gehen schon heute bis nach Südbayern.

Die zwangsläufige Frage der Abgeordneten nach den Konsequenzen und Handlungsoptionen beantworteten die Forstexperten eher pragmatisch:

So wird der bereits in den 1970er Jahren begonnene Waldumbau, weg vom typischen, aber anfälligen fränkischen Steckerleswald aus Fichten und Kiefern hin zu stabilen und klimatoleranten Mischwäldern konsequent vorangetrieben. Nach- und neugepflanzt werden heute vor allem Baumarten wie Eichen, Buchen, Tannen, Douglasien, Edelkastanien oder Zedern. Hinzu kommt die so genannte  Vorausverjüngung, mit der insgesamt ein schnelleres Nachwachsen des Waldes und ein fließender Übergang von alten zu neuen Beständen erreicht wird. Dabei wird im direkten Umfeld von Baumbeständen, die in absehbarer Zeit zur Entnahme anstehen, bereits frühzeitig nachgesät, bzw. nachgepflanzt.

Solche Maßnahmen sind aber prinzipiell nur langfristig wirksam und erfordern ein planmäßiges Vorgehen über Generationen, im Privat- wie im Staatswald. Dies sicherzustellen sehen Müller und Nussel auch als politische Aufgabe, die sie nach Berlin und München mitzunehmen versprachen.